Letten




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Letten (mlat. Lettones). Angehörige einer Volksgruppe der Balten, zu welcher Hochletten (Lettgaller), Niederletten (Semgaller), Selen und Kuren zählten. Diese lebten im Frühmittelalter in einem lockeren Verband kleiner Fürsten- oder Herzogtümer in den Küstenländern der östl. Ostsee. Bewohner der kurländischen Küste trieben Handel mit Bernstein, einer begehrten Luxusware, im Mittelalter manchertorts wertvoller als Gold. Kurische Piraten (“baltische Wikinger”) unternahmen Raubzüge in die Nachbarländer. Semgallen, Lettgaller und Selen lebten eher als friedliche Ackerbauern und Viehzüchter. Die Konföderation der Stämme wurde im 10. Jh. von den russischen Fürsten von Nowgorod zersprengt. Im 12. Jh. kamen westeuropäische, besonders dt. Händler und Missionare in die ostbaltischen Länder. Bevorzugte Route in Richtung Rußland war der größte Fluss des Landes, der Daugava (Düna). Den röm.-christl. Missionierungsversuchen gegenüber erwiesen sich die Letten (wie alle baltischen Völker und Stämme) als ausgesprochen resistent, und so gründete Bischof Albert von Buxhoevede (A. v. Livland) 1202 den Schwertbrüderorden zur Unterwerfung der baltischen Länder. Nach der Niederlage der Schwertbrüder gegen die Litauer (1236) führte der Deutschritterorden die “Missionierung” fort und gliederte große Landesteile dem Ordensstaat ein. Die unter dt. Herrschaft gekommenen Länder des Baltikums – entsprechend den Territorien der heutigen Staaten Estland und Lettland – wurden im 13. Jh. unter dem Namen ®”Livland” zusammengefasst und teilten dessen weitere Geschichte. (Zwar wurde der Name “Lettland” [lett. Latvija, lat. Lettia, Lettonia] im Mittelalter gelegentlich erwähnt, er verschwand jedoch im 15. Jh. fast völlig zugunsten des Ländernamens “Livland”.)




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