Leuchter




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Leuchter (mhd. liuhtaere; v. mhd., ahd. liuhten = Licht geben, leuchten; auch: Kandelaber, v. lat candelabrum = Leuchter). Leuchter als Kerzenständer (mit Dorn oder Tülle) fanden im Frühmittelalter zunächst als liturgisches Gerät Verwendung. Später wurden sie – als praktisches wie raumzierendes Requisit – in den höfischen Bereich übernommen. Die zumeist einarmigen Kerzenleuchter waren aus Schmiedeeisen, aus Silber-, Bronze- oder Messingguss gefertigt; Bronzeleuchter konnten vergoldet oder durch Niellierung (s. Niello) verziert sein. Profane Leuchter wurden vom 12. Jh. neben vielen anderen Formen auch als Ritter-, Löwen- oder Drachenstatuetten gestaltet. Der Erfindungsreichtum der Leuchtermacher zeigt sich an praktischen Details, die dem Auffangen der Wachstropfen (Tropfteller) oder dem Verschieben der Kerze (z.B. Spiral- oder Schlitztülle) bzw. des Tüllenarmes (z.B. Zahnstange) dienten.

Anfang des 11. Jh. wurde die Ampelkrone zum Kronleuchter (Radleuchter) umgewandelt: ein etwa wagenradgroßer Reifen trug anstelle der Ampeln Kerzen. Der Kronleuchter im Dom zu Hildesheim von etwa 1070 besteht aus vergoldetem Bronzeguss und hat einen Durchmesser von 6 m. Erhalten haben sich auch die Kronleuchter im Aachener Münster und in der Abteikirche von Großcomburg (12. Jh.). (Zahlensymbolische Bezüge, im Licht der Kerzen schimmerndes Gold und glänzender Edelsteinschmuck machten derartige Radleuchter zum Sinnbild des himmlischen Jerusalem.) Eine Weiterentwicklung des Radleuchters stellt die Leuchterkrone dar, die aus mehreren übereinander gestaffelten und nach oben hin enger werdenden Reifen zusammengesetzt ist (Beispiel: die “corona de sanctuario” im Chor des Halberstädter Doms; um 1365).

Im Spätmittelalter kamen profane Tisch-, Wand- und Hängeleuchter auf. Sie bestanden aus Messing, Gelbguss, Bronze oder Schmiedeeisen, als höfisches Gerät aus Edelmetall. Ende des 15. Jh. wurden zweiarmige Standleuchter sowie Hängeleuchter aus Hirschgeweihstangen gefertigt. Diese Geweih-Hängeleuchten (Lüster, v. lat. lustrare = beleuchten) waren häufig mit der Büste einer Frau, dem sog. Lüsterweibchen kombiniert. Als ältester Leuchter dieser Art gilt der im Hexenbürgermeisterhaus von Lemgo, der noch vor 1400 entstanden ist; er zeigt die Eichenholzbüste einer Frau, kombiniert mit dem Geweih eines Rotwild-Zwölfenders.




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