Libri Carolini

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Libri Carolini (Karolingische Bücher; eigtl. “Libri Carolini sive Caroli Magni capitulare de imaginibus”). Karl d. Gr. veranlasste eine Stellungnahme gegen die Beschlüsse des Konzils von Nicaea (787), denen zufolge ein gewisses Maß von Ikonenverehrung zugelassen wurde. Diese theologische Streitschrift, wahrscheinlich von mehreren Mitgliedern der Hofschule unter Leitung von Theodulf verfasst, wurde unter dem Namen “Libri Carolini” bekannt. Sie dürfte auf einem Missverständnis beruhen, das durch die schlechten Griechischkenntnisse des lat. Westens zustande gekommen war: Karl und seine Berater hatten die byzantinische Bilderverehrung mit götzendienstartiger Bilderanbetung gleichgesetzt. Karl lässt klarstellen, dass Bildern christlicher Symbole und biblischer Gestalten keine Verehrung (adoratio) entgegengebracht werden dürfe, dass sie aber als Lehrmittel und Erinnerungsstützen für das leseunkundige Volk unverzichtbar seien. In diesem Zusammenhang ist nie von der Illuminierung heiliger Bücher die Rede, waren diese doch für Lesekundige, d.h. für Kleriker bestimmt.

Die Libri Carolini sind mehr als eine Streitschrift zur Ikonolatrie; sie stellen mit ihrem Bemühen um Probleme wie Seele, Zeit, Materie oder Sprache einen Neuanfang des philosophischen Denkens im lat. Mittelalter dar.

(s. Bilderstreit; Konzilien: 7. Konzil)

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