Mathilde von Tuszien

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Mathilde von Tuszien (1046-1115). Tochter des Markgrafen Bonifaz von Tuszien, dessen stark befestigte Burg Canossa wichtige Apenninübergänge beherrschte. (Canossa liegt etwa 20 km südlich von Reggio nell´Emilia in den Vorbergen des Apennin.) Mütterlicherseits war Mathilde mit der Dynastie der Salier – und damit mit Kaiser Heinrich IV. – verwandt. Nach dem Tod ihres Gatten Gottfried übte sie die Herzogsgewalt in Tuszien (Toskana) aus. Im Investiturstreit stand sie auf der Seite des Papsttums, besonders Papst Gregors VII., gegen die deutschen Kaiser Heinrich IV. und Heinrich V. Im Winter 1077 beherbergte sie Papst Gregor auf ihrer Burg Canossa, und war – zusammen mit Abt Hugo von Cluny (Taufpate Heinrichs IV.) – als Vermittlerin an der Lossprechung Heinrichs IV. vom Kirchenbann beteiligt. Sie blieb jedoch weiterhin eine entschiedene Gegnerin des Kaisertums und treue Anhängerin des Papstes.

1079 vermachte sie ihre ausgedehnten Besitzungen in Mittelitalien (“Mathildische Güter”; … predia domus Methildis; possessiones … comitisse Methildis u.ä.) dem Papst – eine Entscheidung, die von den Kaisern angefochten wurde, bis Friedrich II. sie 1213 in der Goldbulle von Eger formell anerkannte.

Der Benediktinermönch Dionisio di Canossa (Donizo presbyter) hat ihr Leben in seiner panegyrischen Schrift auf die Herren von Canossa als “Vita Mathildis” literarisch verewigt. Die Bilderhandschrift umfasst in zwei Büchern, die jeweils mit Prosatexten eingeleitet sind und pro Band ca. 1400 Hexameter enthalten, den Zeitraum von 1000 bis 1115. Erhalten ist es als Autograph und in 11 Abschriften.

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