Maus




Maus (mhd., lat. mus; von altind. mush = stehlen/Diebin; viele Arten, hier: mus musculus = die Hausmaus). Begleitfauna bäuerlicher Kulturen waren seit jeher Nagetiere, denen Getreidefelder, Kornvorräte und Fertignahrung der Menschen eine willkommene Nahrungsquelle boten. Aufgrund ihres Witterungsvermögens, ihres zierlichen und gelenkigen Körperbaus und ihrer Kletterkünste war die Maus besonders veranlagt, auch an wohlverwahrte Speisevorräte zu gelangen, gleich ob Brot, Speck, Käse, getrocknete Vegetabilien oder anderes.

Nach einem frommen Märlein hatte der Teufel die Sintflut nur dadurch überlebt, dass er sich in eine Maus verwandelt und unerkannt die Arche des Noah erklommen hatte. Was Wunder, wenn die Maus schon von daher in schlechtem Ruf stand.

Gegen die Mäuseplage hielt man Hauskatzen und rief Mäuse- und Rattenfänger zur Hilfe, die der ortsansässigen oder fahrenden Unterschicht entstammten und nach Zahl der erlegten Schädlinge entlohnt wurden.

Als Patronin gegen die Mäuseplage galt Gertrudis, Äbtissin von Nivelles/Brabant (Tochter von Pippin d. Ä.; 626-659), deren Gebete ihr Kloster auf wunderbare Weise von einer Mäuseinvasion befreiten, durch welche die klösterliche Andacht und Arbeit gröblich gestört worden war. Wo immer an ihrem Gedenktag, dem 17. März geweihtes “Gertrudenwasser” verspritzt wurde, nahmen die Mäuse Reißaus.

Hildegard von Bingen rät (Causae et Curae, Buch VII, Kapitel XXXIX) zur Behandlung der Fallsucht, eine wässrige Aufschwemmung von Brot mit Mäusebissen auf Stirn und Füße einzureiben. – Gegen Wechselfieber (ridden) empfiehlt sie, eine Maus bis zu deren Verenden zwischen die Schultern des Kranken zu binden.

Gegen massenhaftes Auftreten – besonders von Feldmäusen (mus agrarius) – wehrte man sich durch Anrufung bestimmter Heiliger (z.B. St. Gertrudis), durch spezielle Benediktionen (“Mäusesegen”), durch Exorzismen sowie durch Glockenläuten und anderen Lärm. Abschreckende Wirkung versprach man sich auch von über die Nager verhängten Gerichtsurteilen (s. Strafen gegen Tiere).

Davon, dass eine Maus selbst einen frommen Mönch in Wut versetzen kann, zeugt der Ausruf des Hildebertus in einer mittelalterliche Zeichnung: “Pessime mus, …, ut te Deus perdat!” (“verfluchte Maus, … dass Gott dich vernichte!”) – Adressat ist die Maus, die an der Brotzeit des Erzürnten knabbert (Prag, Kapitelbibliothek, ms Kap. A XXI, fol. 133r).

In der Volksmedizin des Mittelalter spielten Mäusepräparate eine Rolle u.a. zur Erleichterung des Zahnens und gegen Zahnleiden, gegen Fallsucht und Bettnässen, gegen Hautausschlag und Krebs, gegen Haarlosigkeit und als Antierotikum und anderes mehr.

(s. Dreckapotheke, Ungeziefer)




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