Medizin und Theologie




Medizin und Theologie. Bis zur Mitte des 11. Jh. war die gelehrte Medizin fast ausschließlich Mönchsmedizin, stand also direkt unter klerikaler Kontrolle. Zwischen der praktischen Berufsausübung des Mönchsarztes und Gottes Ratschluss musste sich kein Widerspruch ergeben: Zwar wurden Leiden als Strafe Gottes angesehen, Gott hatte jedoch auch für Heilmittel aus der Natur gesorgt. Eine andere Anschauung ging dahin, dass es unsinnig sei, körperliche Gesundung nach der schola Ippocratis zu suchen, wenn doch allein von Christus und nach seiner schola Salvatoris Heil zu erwarten sei, wenn das wichtigste Heilungsziel nicht in der sanitas (Gesundheit des Leibes), sondern in der salus animae (dem Seelenheil) lag. Diese Haltung konnte sich auf eine Sentenz im Buch Exodus berufen: “Ich, der Herr bin euer Arzt, bin es, der dich heilt” (Moses 2, 15,26).

Nachdem sich vom 12. Jh. an die Medizin von der Kirche emanzipierte, nachdem medizinische Laienschulen eingerichtet worden waren und die Medizin ein selbstbewusstes Eigenleben entwickelte, kam es zu Interessenskonflikten zwischen Kirche und Ärzteschaft. Letztere nahm für sich den Ausspruch des Koheleth (Prediger, 38,1) in Anspruch: “Ehre den Arzt, denn er ist von Gott eingesetzt worden und du bedarfst seiner”.

Kirchliche Synodalbeschlüsse (wie der von Würzburg, 1298) verpflichteten den Arzt dazu, dem Patienten die Beiziehung eines Arztes der Seele – sc. eines Beichtvaters – ins Gewissen zu rufen.

Die Kirche ließ nun, wo sie es nicht förderte, zumindest zu, dass für jedes Leiden wundertätige Heilige angerufen wurden, dass Wallfahrten zu den Kirchen heilmächtiger Heiliger unternommen wurden. Es kursierten Mirakelschriften, in denen aufgelistet war, welche Kultorte für welche Leiden “gut” waren. Kirchliche Propaganda stellte in Form eines festen Topos der Unfähigkeit und dem Versagen der Laienärzte die Verlässlichkeit der Hilfe Gottes und der Heiligen gegenüber. Zudem ergab sich eine handfeste materielle Konkurrenzsituation: Die geistliche Genesungshilfe war zwar prinzipiell kostenfrei zu haben, jedoch flossen die freiwilligen Bitt- und Dankopfer derart reichlich in die Opferstöcke, dass das Auskommen der Ärzte und Wundärzte spürbar geschmälert wurde. Die Konkurrenz zwischen Schulmedizin und dem kirchlichen Gnadenangebot wirkt im Volksglauben – trotz der aufklärerischen Wunderkritik – bis in unsere Tage nach.




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