Milz

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Milz (mhd. milze, milz; lat. lien, splen). Unpaariges Organ in der linken oberen Bauchhöhle, etwa zwischen Magen und 10. Rippe direkt unter dem Zwerchfell. Es dient u.a. der Speicherung von Blutzellen (Erythrozyten, Thrombozyten, Lymphozyten), der Produktion von Fresszellen (Makrophagen) und von humoralen Antikörpern (Immunglobulinen) sowie dem Abbau überalteter Blutzellen.

Milzbeschwerden können entstehen durch Blutstauung (infolge Lebererkrankungen oder Rechtsherz-Insuffizienz), durch Infektionen (Bakterien, Viren, Parasiten) oder durch gut- oder bösartige Tumoren.

Die theoretische Medizin des Mittelalter folgte der Galenischen Lehre, derzufolge die Milz das Speicher- und Ausscheidungsorgan der Schwarzgalle ist, die von der Leber kommt und über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden werden soll. Sofern dies nicht in ausreichendem Maße geschieht, kommt es zu verschiedenen Gesundheitsstörungen. Hildegard v. Bingen schreibt: “Weil die Milz nass ist und von den Säften durchfeuchtet werden muss, nimmt sie die guten wie die schlechten Säfte auf. Haben sich also diese schlechten Säfte (sc. aus nicht genügend gegarten Speisen) erhoben, dann kommen sie zur Milz, beschädigen diese und machen sie schmerzhaft …”. Viele Mittel der Kräuterheilkunde sind gegen Milzbeschwerden gerichtet; so steht im “Macer floridus” zur Knolle von Lilium/Lilie: “Mit Wein genossen, soll sie schädliches Blut durch den Bauch abführen und so der Milz von Nutzen sein.” Zum Samen von Nasturtium/Kresse heißt es: “Er mildert Milzschwellung, wenn er häufig mit Essig getrunken wird.” Gegen “harte Milzschwellung” wird das Auflegen eines Senfpflasters empfohlen. Caulus/Kohl soll roh mit Essig verzehrt werden, damit er “eine geschwollene Milz ins Maß zurück” führt. Unter dem Titel Paratella, der Sauerampfer findet sich: “Die gekochten und mit starkem Essig gestampften Wurzeln musst du einer geschwollenen Milz häufig auflegen, das wird die Schwellung, …, durch Austrocknung vermindern.”

Außer mit Mitteln der Phytopharmazie ging man Milzbeschwerden auch mit Blutentzug an (s. Aderlass).

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