Mörtelmischwerk

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Mörtelmischwerk. Das Anrühren und Durchmischen von Sand und Kalkteig zu Mörtel war eine besonders langwierige und kraftaufwendige Arbeit, die zumeist in Handarbeit verrichtet wurde. Anhand archäologischer Befunde, die für das 9. und 10. Jh. an Kirchengroßbaustellen dieser Zeit erhoben wurden, wurde ein mechanisches Mörtelmischwerk rekonstruiert. Dieses soll aus einem Rahmenwerk über einem im Boden eingelassenen kreisrunden Mörteltrog von 2 bis 4 m Durchmesser bestanden haben, in dessen Mitte eine vertikale Drehachse gelagert war. An flügelartigen seitlichen Fortsätzen der Achse waren lange Zinken eingelassen, die fast bis auf den Grund des Troges reichten. Die Achse – und damit die Zinkenreihen – wurde über starr damit verbundene Stangen von im Kreise um die Grube umlaufenden Hilfsarbeitern oder Göpeltieren in Drehung versetzt. Als Belege für derartige Groß-Mischanlagen, in denen ca. 1 cbm Mörtel in einem Arbeitsgang gemischt werden konnte, gelten kreisrunde “Mörtelscheiben”, die als deren Grundplatte gedeutet werden (gefunden in Zürich [Schweiz], in Wellin [Belgien], Augsburg, Schutern und Mönchengladbach [Deutschland], Poznan und Wisliza [Polen]).

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