Musikensembles

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Musikensembles. Bis zum Spätmittelalter bildeten sich für bestimmte Musizierweisen charakteristische Besetzungen heraus. Im 14. Jh. wurden höfische und hohe kirchliche Feste von dem “Alta-Ensemble” musikalisch umrahmt; unter ital. alta musica (frz. haute musique, mndd. dat grote spill) verstand man eine laute, klangvolle, strahlende Musik, die sich für Darbietungen im Freien oder in großen Sälen eignete. Als Tanzmusik war sie den gravitätischen höfischen Schreittänzen (Basses danses, wohl weil dabei Tanzschritte bodennah geführt wurden) angemessen. Die Besetzung bestand üblicherweise aus Posaunen, Schalmeien und Bomharts. Gegenstück des Alta-Ensembles war das Bassa-Ensemble (mndd. dat geheime spill), dessen Musik von leisem, zarten (“süezen”) Ton war. Die Besetzung konnte höchst unterschiedlich sein, sie bestand aber im wesentlichen aus Zupf- und Streichinstrumenten, kleinen Trommeln und sanft klingenden Flöten. Beliebt war das Zusammen- und Wechselspiel der beiden Ensembles, wobei diese räumlich getrennt – etwa auf gegenüberliegenden Podesten oder Balkonen – musizierten und so raffinierte Klangeffekte hervorbrachten. Bei den Musikergruppen, die zu volkstümlichen Festen und Tänzen aufspielten, dominierten Sackpfeife, Fidel, Laute, Drehleier, Flöte und Trommel. Art der Musik und Anzahl der Musiker waren Gegenstand mittelalterliche Verordnungen. Ob man ein Alta Ensemble oder ein Bassa Ensemble oder beide miteinander spielen lassen durfte, war vom Stand des Auftraggebers abhängig. So durfte beispielsweise bei Hochzeiten von Adligen oder Patriziern “zwaierley spil” aufspielen, einer “grozen” oder “gantzen” Hochzeit entsprechend. Brautleuten niedrigeren sozialen Ranges musste das “kleine” oder “halbe” Spiel eines Bassa-Ensembles genügen, feierten sie doch nur eine “halbe” Hochzeit.

(s. Luxusordnungen, Tanz, Tanzmusik)

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