Nachgeburt




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

Nachgeburt (mhd. die ander gepurt, nachburt; lat. secunda, pellis secundina, placenta maternalis). Der Mutterkuchen (placenta) samt Fruchthülle und Nabelschnur lösen sich bei der Frau nach der Geburt des Kindes durch die nachgeburtlichen Wehen von der Gebärmutterwand und werden ausgestoßen. Die Feststellung des restlosen Abgangs war Aufgabe der Hebamme. (Bei Erika Uitz, S. 69 u., findet sich die bildliche Darstellung einer den Nachgeburtsabgang beobachtenden Hebamme, aus der “Chirurgia” des Gerhard von Cremona, 12. Jh.) Nachgeburtsverhaltung (retentio secundinarum) führte zu Gebärmutterentzündung und Kindbettfieber.

Die Nachgeburt wurde, meist nach Sonnenuntergang und unter Gebeten oder Zaubersprüchen, in fliessendes Wasser geworfen, verbrannt oder weit abseits und sicher vor Hunden und Katzen vergraben. Grund für die alsbaldige Beseitigung der N. lag auch darin, sie vor Hexen in Sicherheit zu bringen, die daraus einen Wechselbalg machen würden. – Die Volksmedizin kannte den Brauch, menschliche Nachgeburt und solche von Haustieren zu Asche zu verbrennen, die man zur Behandlung jeweiliger Krankheiten verwendete. (So gab man z.B. das Pulver der N. von Frauen bei Epilepsie oder Tobsucht.),

Das Heilkräuterbuch “Macer floridus” empfiehlt zur Förderung des Nachgeburtsabgangs Scheidenräucherung mit Knoblauch (allium), ferner einen Trank mit Samen von Wegerich (plantago) oder einen solchen von der Abkochung von Eibischwurzel (althaea), oder einen von Poleiminze (pulegium) in Wein, oder einen von Hohlwurz (aristolochia) in Wein.

Hildegard v. Bingen schreibt zu dem Thema: “… wächst um diese Gestalt (des werdenden Menschen) aus dem Monatsblut des Weibes ein Häutchen, einer Samenkapsel vergleichbar, welches sie zusammenhält und umgibt, so dass sie nicht hin und her bewegt werden und nicht fallen kann. … In ihm hat hat sie die Wärme und in ihm wird sie zur weiteren Unterstützung bis zur Geburt durch das schwarze Blut der Leber des Weibes ernährt.”

In der Volksmedizin verwandte man verbrannte und pulverisierte N. innerlich gegen Fall- und Tobsucht, äußerlich gegen Brustentzündung der Mutter und gegen Leibweh.

(s. Geburt, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hebamme,Kindbettfieber, Wochenbett)




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen