Nagelschmied




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Nagelschmied. Mit Eisennägeln wurde im Mittelalter wegen ihres hohen Preises sparsam umgegangen, sie konnten jedoch nicht überall durch Holznägel ersetzt werden, so etwa weder beim Hufbeschlag noch beim Schiffs- und Wagenbau. Der Nagelschmied zog einen zur Weißglut erhitzten vierkantigen Eisen- oder Stahlstab durch Schmieden und Gegenschmieden auf einem Amboss derart aus, dass er zu einem Ende hin dünner und spitzig wurde. Anschließend steckte er den angefangenen Nagel mit der Spitze voraus in eines der Löcher am Amboss oder in das daran angeschlagene geißfußförmige Nageleisen und stauchte das überstehende Ende zur Kopfform. Ein kräftiger Hammerschlag auf den Amboss oder Abschrecken mit Wasser erleichterte das Herausnehmen des Nagels aus dem Loch. Nägel aus Nichteisenmetallen wurden von anderen Handwerkszweigen hergestellt. Vom 15.Jh. an fertigten “Weißschmiede” verzinnte Nägel. Für einen Nagel waren 15 bis 60 Schläge erforderlich, ein geschickter Schmied brachte es – je nach Nagelsorte – auf 500 bis 4.000 Nägel pro Tag.

Im 12. Jh. kam neben dem Nagelschmieden die Nagelmacherei auf, deren Ausgangsmaterial Eisendraht war, und die sich zum Anspitzen eines – meist durch Wasserkraft angetriebenen – Schleifsteins bediente.

Früheste Belege für Nagelschmiede gibt es für Feistritz (bei Judenburg/Steiermark; vor 1309), Stralsund (1340), Nürnberg (1349), Frankfurt/M. (1359), Wien (1378) und Köln (1396). Herausragende Zentren waren Nürnberg, wo 1363 elf Meister und 1450 etwa 30 Meister arbeiteten, sowie Wunsiedel und Schmalkalden. Nur in wenigen Städten, darunter Nürnberg, Wien und Breslau, hatten die Nagelschmiede eine selbständige Zunft. Zumeist waren sie zünftisch den Schmiede- oder Kleinschmiedezünften angeschlossen. Die Lehrzeit betrug üblicherweise drei Jahre, die Gesellenzeit zwei bis vier Jahre. Seit dem 15. Jh. wurde die Wanderschaft üblich. Als Meisterstück mussten einige Nageleisen sowie eine bestimmte Anzahl von Nägeln vorgegebener Größe abgeliefert werden.




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