Nikolaus von Myra

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Nikolaus von Myra (gest. um 350 u.Z., an einem 6. Dezember). Legendärer Heiliger, verehrt seit dem 6. Jh. Kult ausgehend von Myra an der Südküste Kleinasiens, wo N. im 4. Jh. Bischof gewesen und begraben worden sein soll. Nach der Zerstörung der Grabeskirche durch seldschukische Heerhaufen, raubten Seefahrer aus Bari seine Gebeine und überführten sie 1087 nach ihrer Heimatstadt. Hier begann man sogleich für die kostbaren Reliquien die Basilika San Nicola zu erbauen, die 1098 durch Papst Urban II. geweiht wurde und sich schon bald zu einer bedeutenden Wallfahrtstätte entwickelte. Von Bari aus verbreiteten sich der Nikolauskult und Nikolauspatrozinien über den gesamten Bereich der lateinischen Kirche. In die Gebiete nördlich der Alpen gelangte die Nikolaus-Verehrung durch Theophanu, die griechische Ehefrau Kaiser Ottos II. Die erste Nikolauskirche nördlich der Alpen geht auf eine Gründung des Bischofs Liutger von Münster zurück, der den Nikolauskult auf einer Italienreise kennengelernt hatte; sie entstand um 800 in Billerbeck, hatte bescheidene Ausmaße und war den Heiligen Johannes Baptista und Nikolaus geweiht. Um 1234 wurde sie zu einer roman. Hallenkirche erweitert.

Um Nikolaus, den Patron der Pilger, Reisenden, Schiffer, Fischer, Kaufleute, Bäcker, Gefangenen und Schüler, sammelte sich ein reicher Legendenschatz. Gedenktag ist seit anno 1087 sein Todestag, der 6. Dezember. In Klosterschulen tritt dieser Tag erstmals als Schenktag auf und verbreitete sich bald in der Bevölkerung. (Erst durch die Reformation ist der Brauch dahingehend geändert worden, dass die Kinder erst am Vorabend des 25. Dezember ihre Geschenke bekamen.)

Die Rute des hl. Nikolaus war ursprünglich kein Züchtigungs- sondern – als lebendiges Reis – ein segenspendendes Requisit. Im Mittelalter war Nikolaus nach Maria der meist verehrte Heilige. Besonders in küstennahen Städten finden sich viele Nikolai-Kirchen, hatte der Heilige doch ein in Seenot befindliches Schiff wunderbarerweise sicher in den Hafen gebracht. Attribute: Anker und Schiff, Mitra, Brustkreuz, Ring und Bischofsstab.

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