Papyrus

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Papyrus (grch. papyros; aus dem Altägyptischen). Aus dem Stengelmark eines Riedgrases (Cyperus papyrus) wurde in Ägypten vom 3. Jahrtausend v. Chr. an ein Beschreibstoff hergestellt, der vom 4. Jh. an zunehmend vom Pergament verdrängt wurde. Das Mark der Papyrusstaude wurde in dünne Streifen geschnitten, welche derart zu zweischichtigen Lagen gepresst wurden, dass die Fasern der ersten Schicht senkrecht zu der der zweiten Schicht lagen. Als Bindemittel wirkte dabei der stärkehaltige Zellsaft. Die getrockneten Papyrusblätter wurden an der Oberfläche mit Bimsstein und Tierzähnen geglättet, zu langen Bahnen aneinandergeleimt und als Rollen (rotuli, volumina) aufbewahrt. Neben Rollen von einigen wenigen Metern Länge gibt es solche von 10, 20 oder 40 m Länge. Bei Bedarf konnten die Papyrusbahnen auch zu Blättern zugeschnitten werden. Beschrieben wurde nur eine Seite und zwar diejenige, deren Fasern waagrecht verliefen. Geschrieben wurde derart, dass Kolumnen (Säulen) entstanden, die parallel zur Rollenachse ausgerichtet waren. Die Rolle (lat. rotulus, v. rota = Rad, Rolle, Walze; volumen, v. volvere = rollen, drehen) wurde beim Schreiben und Lesen jeweils um die Breite einer Kolumne aufgedreht. Als Schreibutensil benutzte man zurechtgeschnittene dünne Binsenstängel, später die Rohrfeder. Aufbewahrt wurden Papyri in Holzbehältern. Noch als sich längst Pergament als Beschreibstoff für Bücher und im Schriftverkehr durchgesetzt hatte, ließ die röm. Kurie ihre Dokumente auf Papyrus schreiben (bis ca. 1050). – Papyri mussten aus Ägypten eingeführt werden, was sie gegenüber dem standortnah erzeugten Pergament bezüglich der Kosten in Nachteil brachte, zumal das Letztere beidseitig beschreibbar war.

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