Pfeil

Cinque Terre Forest
Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Pfeil (Geschoss; mhd. phil; lat. sagitta). Pfeil und Bogen waren als Jagd- und Kampfwerkzeuge schon im Neolithikum (also vor ca 10.000 Jahren) bekannt, wobei der Pfeil als Wurfwaffe älter als der Bogenpfeil gewesen sein dürfte. Im europ. Mittelalter haben Pfeil und Bogen ursprünglich vorwiegend als Jagdwaffe Verwendung gefunden, ehe im Spätmittelalter der Langbogen als Kriegswaffe massiv eingesetzt wurde. Die Pfeile wurden anfänglich wohl in häuslicher Arbeit hergestellt; erst im Spätmittelalter war der Bedarf derart groß, dass sich ein eigener Handwerkszweig (mhd. philaere, lat. pilarius = Pfeilmacher) entwickelte. Wesentliche Zuarbeit leisteten Waffenschmiede, indem sie unterschiedlich geformte Pfeilspitzen für die jeweiligen Einsatzzwecke herstellten (etwa mit panzerbrechenden Spitzen, mit Widerhaken oder als Brandpfeile). Der Schaft (mhd. phil-schaft) war mit ca. 80 cm etwas länger als die Auszuglänge des Bogens und aus geradwüchsigem Astholz gefertigt (Schösslinge von Schneeball, Esche, Birke, Haselnuss sowie Birkenspaltholz). Er trug am Vorderende eine eiserne Spitze (mhd. phil-isen), die am Hinterende in einer Tülle auslief, und die mittels Birkenteer am Vorderende des Pfleischafts angeklebt und evt. zusätzlic mit einer Flachs- oder Hanffäden-Umwicklung fixiert war. Am Hinterende trug er eine schräg zur Pfeilachse eingesetzte Vogelfeder, die einen Drall zur Stabilisierung der Flugbahn erzeugte. (Dazu benutzte man Schwungfedern der Gans und anderer Großvögel). Das Schaftende war eingekerbt, um ein Abgleiten von der Bogensehne zu verhindern.

Die Pfeile wurden von den Bogenschützen in einem auf dem Rücken getragenen Köcher aus Leder oder Holz mitgeführt, oder ihnen von Hilfskräften zugetragen – dies hauptsächlich, wenn beim Schießen von fortdauernd wiederholten Salven Pfeile massenhaft verbraucht wurden. Eine Illustration aus dem 15. Jh. (“Chroniques d´Angleterre“) zeigt dagegen eine Belagerungsszene, bei welcher angreifende Bogner mehrere Pfeile griffbereit vor sich in den Boden gesteckt haben.

Die Pfeile, die mit einer Armbrust verschossen wurden (nhd. Bolzen), waren kürzer und schwerer und nicht befiedert.

(s. Bogen (Waffe), Waffen)

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