Posen

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Posen (poln. Poznan). Älteste Teile der Stadt stammen aus dem 8./9. Jh., als auf dem Ostufer der Warthe eine Siedlung der slaw. Polanen bestand. Auf der heutigen Dominsel gründete der erste christliche polnische Fürst, Mieszko I., gleich nach seiner Taufe (968) das erste poln. Bistum und legte den Grundstein für die Kathedrale St. Peter und Paul (1038 neu erbaut, im 14. Jh. gotisiert). Von 1138 an war Posen Sitz der Herzöge von Großpolen. 1253 entstand auf dem westl. Ufer eine Siedlung deutscher Kaufleute mit schachbrettartigem Straßennetz und zentralem Marktplatz. Die deutsche Neustadt kam Dank ihrer günstigen Lage an der Bernsteinstraße zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte; sie hatte Magdeburger Stadtrecht und besondere Privilegien (z.B. Stapelrecht, 1394). Bald wurde der deutsche Bevölkerungsanteil beherrschend in der Posener Bürgerschaft, um zu Beginn des 16. Jh. wieder an Bedeutung zu verlieren. Von der mittelalterliche Bausubstanz sind – teilweise durch Restaurierung – erhalten: die Kathedrale auf der Dominsel, die Kirchen St. Johanni (12. Jh.) und St. Marien (15.Jh.), das erzbischöfliche Palais und got. Bürgerhäuser.

Zwischen 1389 und 1419 entstand nach Magdeburger Vorbild das Posener Stadtrecht des Stadtschreibers Heinrich von Peisern. Es behandelt in 163 Kapiteln Verfassung, Verfahrensrecht, Strafen, Erbrecht, Schuld- und Familienrecht.

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