Siebmacher

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Siebmacher (Sieber, Sieberer, Simmer; zu mhd. sib, sip) finden schon um 1300 Erwähnung. Sie flochten aus den langen, drahtigen Haaren des Pferdeschweifs, aus dünneren oder gröberen Weidenruten, später auch aus Draht Siebböden für verschiedene Verwendungsarten, etwa zum Durchsieben von Mehl, Gries, Farben, Schießpulver, Gewürzen, Pharmazeutika, Sand, Kalk oder Gips. Für Papiermacher fertigten sie die Formen, auf deren Siebboden die Schöpfer die Papiermasse abtropfen ließen. Die Reiterer (zu mhd. ritern = sieben, reinigen, auslesen) machten unterschiedliche Geflechte zum Durchwerfen von Sand, Kies, Erde usf.

Wegen seiner reinigenden und scheidenden Eigenschaften galt das Sieb als heiliges, wunderkräftiges Gerät und wurde von Zauberern und Hellsehern benutzt.

Zum Trennen von festen und flüssigen Stoffen benutzte man durchlöcherte Tontöpfe oder Seiher aus Leinentuch (mhd. sihe, sige, sihe-tuoch).

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