Sklave




Sklave (mlat. slavus, mhd. slave, von mgrch. sklabos = Unfreier – die Sklaven waren meist Slawen: Tataren, Russen, Kaukasier und Balkanslawen; seltener Mauren und nordafrikanische Neger, im Ganzen überwiegend weiblichen Geschlechts und zwischen 10 und 25 Jahre alt). Die Gesellschaftsordnung der Karolingerzeit ging aus der spätantiken Gesellschaft hervor und hatte von dieser auch die Sklavenhaltung übernommen. Sklaven wurden als solche geboren, waren von ihren Herren als Hörige an Sklavenhändler verkauft worden, waren Kriegsbeute oder Opfer von Piraterie oder ursprünglich Freie, die strafweise oder aus Not in den Sklavenstand gekommen oder als unerwünschte Kinder verkauft worden waren. Rechtlich galten sie als Sache, somit als Handelsware und konnten beliebig veräußert werden. (Die Sächlichkeit eines Sklaven drückte sich in der Bezeichnung mancipium = handbare Sache aus.) Sklaven arbeiteten unentgeltlich, erhielten jedoch Lohn in Form von Behausung, Kost und Kleidung. Sklavenarbeit war in erster Linie Landarbeit. Daneben dienten Sklav/innen auch im Hause ihres Herren/ihrer Herrin (als Knechte, Mägde, Zofen), bewirtschafteten als servi casati im Auftrag des Grundherren einen Bauernhof, auf dem sie angesiedelt waren, arbeiteten als qualifizierte Handwerker, im Bergbau oder auch als Händler. Sklaveneigner waren reiche Bürger (Kaufleute, Notare, Richter, Handwerker), Weltgeistliche und Klöster oder reiche Witwen.

Die Kirche lehnte Sklaverei nur insoweit ab, als Christen betroffen waren (Konzil von Meaux, 845/846). Daher ging schon im Frühmittelalter die Sklavenhaltung durch die Christianisierung zurück und wurde endlich zugunsten des Systems der Leibeigenschaft aufgegeben. Heidnisch-slawische Sklaven blieben jedoch – besonders in den Mittelmeerländern – bis ins 15. Jh. wesentlicher Bestandteil des Handels. Von Thomas von Aquin, gest. 1274, stammt die einschlägige These: “Sklaverei unter Menschen ist etwas Naturgegebenes, denn manche sind von Natur Knechte.” (Summa theol. II., II. 57).

Ende des 10. Jh. galt Prag als größter Sklavenmarkt Europas. Aufkäufer waren vor allem Juden und Ungarn, angeboten wurden auch christliche Sklaven/innen. In einen Koblenzer Zolltarif ist für 1050 der Sklavenhandel auf dem Rhein belegt, Regensburg war während der Zeit vom 9. bis zum 11. Jh. ein Zentrum des Sklavenhandels und im 12. Jh. verkaufte Heinrich der Löwe gefangene Dänen, mithin Christen, über slawische Bundesgenossen in die Sklaverei. Im 13. Jh. rechtfertigte Thomas von Aquin die Sklavenhaltung unter Berufung auf Aristoteles als wirtschaftlich notwendig und moralisch gerechtfertigt. Eine Florentiner Verordnung von 1364 gestattete den Sklavenhandel, soweit er Ungläubige zum Gegenstand hatte und sofern er zur Registrierung gemeldet wurde. An der Spitze des Sklavenhandels standen im Spätmittelalter Venedig und Genua, wo – ungeachtet päpstl. Erlasse wie der Bulle Martins V. von 1425 – jährlich tausende Sklaven aus der Mongolei, aus Rußland, Griechenland, Albanien, Serbien oder Slowenien in islamische Länder ausgeführt und muslimische Sklaven aus Nordafrika und Vorderasien nach Europa importiert wurden. Die Bulle “Inter cetera” von Papst Calixtus III. (1456) rechtfertigte den Sklavenhandel damit, dass durch ihn Heiden dem Christentum zugeführt würden.

Der Wert eines Sklaven hing ab von Alter, Gesundheit, Herkunft und Geschlecht. In Genua kostete im 14./15. Jh. ein Sklave aus der Mongolei 130 – 140 Golddukaten, ein tscherkessischer 110 – 120, ein Grieche ca 90 und welche aus Serbien, Albanien oder Slowenien siebzig bis achzig Golddukaten. Im allgemeinen überwog die Zahl der Sklavinnen diejenige der männlichen Sklaven.

Aus dem Sklavenstand konnte man durch Freilassung in den Stand völliger oder relativer Freiheit versetzt werden (s. Freibrief, Schatzwurf). Durch Sklavenjäger, Piraten oder Kriegsgegner in Geiselhaft Genommene oder Verknechtete wurden häufig von Angehörigen oder Gefolgsleuten unter Zahlung hoher Lösegelder freigekauft (s. Erlöserorden, Geisel, Loskauf).




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