Skriptorium

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Skriptorium (mlat., = Schreibstube). Mittelalterliche, ursprünglich rein monastische Einrichtung zur Niederschrift, Abschrift und ornamentaler wie bildlicher Ausschmückung kirchlicher, später auch weltlicher Texte. Vom 9. Jh. an fand sich in fast allen Klöstern eine Schreibstube, in der strenge Regeln herrschten. So lange das feuchtigkeitsempfindliche Pergament als Beschreibstoff benutzt wurde, sollte im Skriptorium eine konstante Luftfeuchtigkeit und Temperatur herrschen. (Eine anonyme Handschrift des 12. Jh. “Compendium artis picturae” fordert: “Sei aufs äußerste bedacht, nicht an zu trockenem Platze zu arbeiten, und bleibe mit Deiner Arbeit in einer feuchten Luft.” Als optimal werden ca. 40% bei 20°C angesehen.) Wo mit Papier gearbeitet wurde, durfte wegen der großen Brandgefahr kein offenes Licht verwendet werden. Um die Konzentration der Schreiber (Antiquarii) und Illuminatoren (rubricatores/Initialenmaler und miniatores/Illustratoren) nicht zu stören, bestand Redeverbot; das leise Murmeln der Kopisten, mit dem sie den Text in ihrem auditiven Gedächtnis einprägten, war unumgänglich. Zutritt hatten außer den Beschäftigten nur wenige Vorgesetzte. Bis zum 12. Jh. war die Buchproduktion das Monopol der Skriptorien; vom 13. Jh. an erwuchs Konkurrenz in weltlichen Institutionen, mit der Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jh. ging die Zeit der Skriptorien zu Ende. Die Leistung der klösterlichen Schreibstuben für die Erhaltung und Weitergabe klassischer und zeitgenössischer Literatur kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Berühmte Skriptorien im deutschsprachigen Raum waren die in Fulda, Trier, St. Gallen, Weingarten, Regensburg, Hildesheim und auf Reichenau.

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