Sonnenuhr




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Sonnenuhr. Schattenwerfende Instrumente, mithilfe derer sich die Tageszeit und bestimmte jahreszeitliche Daten wie etwa die Sonnwendtage bestimmen ließen, gab es schon im Altertum in Babylonien und Ägypten, etwa vom 5. Jh. v. Chr. an auch in Griechenland und in Rom. Sie gerieten in der Völkerwanderungszeit nicht in Vergessenheit und fanden im Mittelalter vor allem als Kirchensonnenuhren Verwendung.

Als Zeiger diente der Schatten eines Stabes (Gnomon), als Indikationsskala die von dem wandernden Schatten überstrichene, mit Stundenlinien versehene Fläche (an der man die “verstrichene” Zeit erkannte). Die Skalenfläche konnte waagerecht oder senkrecht angeordnet, eben oder schüsselförmig sein. Das antike “Gnomon”, ein meist senkrecht zur Grundfläche stehender Schattenweiser, bei dem die Länge des Schattens für die Zeitmessung maßgeblich war, wurde um 1425 durch den “Polos” verbessert, einen parallel zu Erdachse stehenden Stab, bei dem die Richtung des Schattens auf einer parallel zur Äquatorebene ausgerichteten Fläche die wahre Sonnenzeit erkennen lässt (wahrscheinlich in Erfurt oder Braunschweig erfunden). Die Zeit wurde zunächst in Temporalstunden, im Laufe des 15. Jh. zunehmend in Äquinoktialstunden angegeben (s. Stundenzählung). Neben den fest installierten Sonnenuhren gab es mobile Konstruktionen, mit Lotwaage und Kompass zum Justieren. Der Winkel, den der Polos mit der Horizontalen bildet, entspricht der geographischen Breite des Beobachtungsortes, die ihrerseits gleich der Polhöhe des jeweiligen Ortes ist. Transportablen Sonnenuhren war deshalb häufig ein Verzeichnis der Polhöhe wichtiger Orte – eine “Elevationstafel” – beigefügt, um den Polos entsprechend verstellen zu können. Als älteste tragbare Sonnenuhr gilt die des Bischofs Alphege, der 1011 von den Dänen erschlagen wurde; sie wurde 1936 bei archäologischen Grabungen in der Kathedrale von Canterbury gefunden. Im 15. Jh. wurden Nürnberg und Augsburg Produktionszentren für solche Taschensonnenuhren, die in großer Zahl in den Export gingen. Wesensgemäß funktionierten alle nur bei Tage und sonnigem Wetter. Vom Beginn des 14. Jh. an wurden die Sonnenuhren an Kirchtürmen durch Räderuhren ersetzt, doch blieben Sonnenuhren verschiedenster Art noch bis ins 18. Jh. in Gebrauch.




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