Suger




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Suger (um 1081 – 1151). Der Bauernsohn aus Saint-Omer wurde als Kind in das berühmte Kloster Saint-Denis (nahe Paris) gegeben, an dessen Schule er zusammen mit dem zukünftigen König Ludwig VI. studierte, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Abt Adam erkannte und förderte die diplomatische Begabung Sugers und betraute ihn mit verschiedenen Ämtern, die ihn in Kontakt mit französischen Fürstenhöfen, mit der päpstlichen Kurie und mit dem königlichen Hof von Frankreich brachten. König Ludwig VI., ein glühender Verehrer des Klosterpatrons St. Dionysius, den er “dux” und “protector” nannte, suchte häufig Sugers politischen Rat und entstandte ihn in diplomatischen Missionen. Suger nutzte die Verehrung des Königs für den hl. Dionys und verstand es, diesen zum Schutzheiligen für Franzien erheben zu lassen und sein Kloster – schon seit der Merowingerzeit Grablege von Königen – zu neuem geistigen und künstlerischen Glanz zu führen. 1122 wurde Suger zum Abt von St. Denis ernannt. 1124 übergab er anlässlich eines Angriffs Kaiser Heinrichs V. das Klosterbanner vom Altar des Heiligen in die Hände König Ludwigs, der unter diesem Zeichen eine derartige Streitmacht versammeln konnte, dass der Kaiser seine Invasion abbrach. Von da an war die Oriflamme (“Oriflamme”, v. mlat. aurea flamma = Goldflamme; dieser Name des mythischen Banners Karls d. Gr. wurde vom Volk auf das Banner St. Denis´ übertragen) das Feldzeichen der französischen Könige. Während der ersten Regierungsjahre Ludwigs VII. hielt sich Suger dem Hofe fern, und widmete sich der organisatorischen Neuordnung seines Klosters und dem Neubau der Klosterkirche (Grundsteinlegung 1140, Weihe 1144), des ersten Baus im neuen Stil der Gotik. Während derTeilnahme Ludwigs VII. am zweiten Kreuzzug (1147 – 49) amtete Suger als Reichsverweser. In diesem Amt führte er gerechtere Steuern ein, erließ Waldschutzbestimmungen und schlug eine Adelsrevolte nieder.

Von Abt Suger stammt eine Biographie Ludwigs VI., mit der er die bedeutende historiographische Tradition seines Klosters begründete. Außerdem verfasste er eine Geschichte seines Klosters und ließ ein Falsifikat erstellen, das der Abtei St. Denis laut angeblicher karlischer Privilegierung das Alleinrecht als Grablege der französischen Könige zugestand.




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