Theophanu

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Theophanu (um 960 – 991). Gesandte Kaiser Ottos I. hatten, schon wenige Jahre nach der Kaiserkrönung, in Byzanz um eine Prinzessin als Braut für dessen Sohn und Thronerben Otto II. geworben. Erst nach einem Umsturz ging der Usurpator und neue oströmische Kaiser Johannes Tzimiskes auf Ottos Werben ein und sandte seine Nichte, die gebildete und energische Theophanu an den sächsischen Hof. Bei der Heirat (972), die mit großem Pomp in Rom vom Papst zelebriert wurde, war Theophanu etwa 12 Jahre alt, ihr bereits als König und Kaiser gekrönter Gatte etwa 5 Jahre älter. Bei dieser Gelegenheit wurde sie wohl auch zur Kaiserin gekrönt. Sie machte den Hof Ottos II. zu einem kulturellen Zentrum, das Wissenschaftler, Theologen und Künstler anzog. Nach dem Tod Ottos I. (973) rückte sie ganz selbstverständlich als “consors regni, particeps imperii” neben ihrem Gatten an die Spitze der sozialen und politischen Hierarchie, und machte damit ihrer Schwiegermutter, der nicht weniger tatkräftigen und selbstbewussten Kaiserin Adelheid, den Rang streitig. Theophanus Kinder waren: Adelheid (geb. 977, später reichsfürstliche Äbtissin von Quedlinburg), Sophie (geb. um 976, später Äbtissin von Gandersheim), Mathilde (geb. 979, erzogen im Stift Essen, später verheiratet mit Pfalzgraf Ezzo), eine weitere Tochter, die nur als Verstorbene in einer Stiftungsurkunde aufscheint und Otto (geb. 980, der spätere Otto III.). Während eines Italienzuges starb Otto II. (am 7. Dezember 983) in Rom an der Malaria. Am darauffolgenden Weihnachtstag, noch bevor die Nachricht vom Tod des Vaters eingetroffen war, wurde Otto III. in Aachen zum König gekrönt. Kaiserin Theophanu (“Theophanius Imperator”, “Theophanu divina gratia imperatorix augusta”) übte entgegen der Bestrebungen vieler Fürsten die Regentschaft aus, assistiert von Erzbischof Willigis von Mainz und Bischof Hildebald von Worms. Sie zeigte Selbstbewusstsein, Tatkraft und diplomatisches Geschick, so z.B. bei der Aussöhnung mit ihrem Widersacher Heinrich der Zänker; dieser hatte, um eigene Thronansprüche durchzusetzen, den minderjährigen König in seine Gewalt gebracht. Ostern 986 lud Theophanu die Großen des Reiches zu einem glanzvollen Hoftag in Quedlinburg, um dem jungen König mit allen Ehren huldigen zu lassen. Nach weiteren fünf Jahren der Regentschaft, die dem Reich Beruhigung der Außengrenzen und Prosperität brachten, starb Theophanu, etwa 31 Jahre alt, in Nijmwegen. Die nunmehr sechzigjährige Kaiserin Adelheid übernahm die Vormundschaft für ihren elfjährigen Enkel. Theophanu wurde – ihrem Wunsch entsprechend – in ihr Lieblingskloster St. Pantaleon in Köln überführt. Ihr Sarkophag steht im südlichen Querhaus der Klosterkirche.

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