Übersetzungen




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Übersetzungen. Im Dienste der Christianisierung der germanischen Stämme wurden in den Skriptorien der Klöster volkssprachliche Übersetzungen der wichtigsten Gebete angefertigt, um christliche Glaubensinhalte für die Sprache und Vorstellungswelt des neubekehrten Volkes zu interpretieren (“in idioma maternum transferre [traducere]”). Dabei wurde zunächst nach der Methode der Interlinearübersetzung gearbeitet, wobei zwischen den Zeilen eines lat. Textes die entsprechenden dt. Wörter notiert wurden. Auf diese Weise folgte die Übersetzung Wort für Wort dem lat. Originaltext. (Noch heute beginnt das Vater unser in der lat. Wortstellung.) Die Arbeit wurde dadurch erschwert, dass viele christliche Begriffe keine Entsprechung in den german. Dialekten hatten.

Ein neuer Abschnitt der Übersetzungsarbeit beginnt mit Notker dem Deutschen (gest.1022). Seine Übersetzungen waren keine deutschen Duplikate lat. Texte, sondern sinngemäße Nachdichtungen. Die Entwicklung des Deutschen zu einer eigenständigen Kultursprache wurde hierdurch wesentlich beeinflusst.

Vom 12. Jh. an wurde die Literatur der grch. und röm. Klassik durch Übersetzungen in die Landessprachen, so auch ins Deutsche (diuten, teutonizare, tiutschen, bedeutschen, ze dudesch wenden [keren]), für Laien zugänglich gemacht. Im gleichen Jh. entstanden auch Übersetzungen von einer Landessprache in die andere, so wurden etwa frz. höfische Romane in andere europäische Landessprachen übersetzt.

Die Rezeption grchiechisch-arabischer und jüdischer Wissenschaft ab dem 12./13. Jh. wurde erst durch die Übersetzungen ins Lateinische ermöglicht. Die Übersetzer bemühten sich, für arabische Fachausdrücke und deren teilweise völlig unbekannte Bedeutungsinhalte lateinische Begriffe zu prägen, die an den originären Wortklang angelehnt oder neu gebildet waren. Dabei kam es zu manchen Verballhornungen und Widersprüchlichkeiten; viele Begriffe haben sich auf Dauer in europäischen Sprachen etabliert (z.B. Soda, Sirup, Elixier oder Alkohol).




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