Ulm




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Ulm. Südl. der Schwäbischen Alb, an der Mündung der von Norden zufließenden Blau in die Donau und unterhalb der Mündung der von Süden zufließenden Iller, lag auf einem hochwasserfreien Lößplateau die fränk. Königspfalz “Hulma palatium regium”, erstmals erwähnt 854 als Aufenthaltsort Ludwigs d. Deutschen. Der Name geht wahrscheinl. auf mhd. ulmic = faulig, sumpfig zurück. Unter den Staufern wurde die Pfalz zu einer Großburg ausgebaut, neben der sich eine Handels- und Gewerbesiedlung entwickelte. Diese erhielt Marktrecht, wurde ummauert und wird im 12. Jh. mehrfach als oppidum (“oppidum quod Hulma vocatur”) erwähnt. 1134 wurde Hulma zerstört, ab 1140 durch König Konrad III. wiederaufgebaut. Um 1164 gründete Friedrich I. Barbarossa östlich der Pfalz die Stadt Ulm; eine eigentliche Stadtgründungsurkunde ist jedoch nicht überliefert. Seit 1255 durfte sich Ulm Freie Reichsstadt nennen, auf das Jahr 1274 geht die Verfassung nach dem Esslinger Stadtrecht zurück. Ulm war – neben seiner Funktion als königlicher Pfalzort – von der ersten Herzogswahl 1079 an Vorort des Herzogs von Schwaben und galt im Spätmittelalter neben Augsburg als wichtigste Reichsstadt Schwabens. Die vor allem durch den Handel mit Leinen und Barchent zu Reichtum gekommene Großbürgerschaft ersetzte um die Mitte des 13. Jh. den königlichen Ammann durch ein Gremium der “meliores de civitate”, dem ab 1292 ein “capitaneus”, später der “burgermaester” vorstand, und gab sich 1397 nach fünfzigjährigen harten Auseinandersetzungen in dem “Großen Schwörbrief” eine demokratische Verfassung, kraft welcher patrizische Kaufleute und Angehörige der Zünfte gleichberechtigt Anteil am Stadtregiment hatten. Die Schwurformel wurde jährlich bei der Vereidigung des Bürgermeisters und der Eidesleistung der Bürger neu verlesen.

Von den mittelalterliche Baulichkeiten Ulms sind besonders bedeutsam: das got. Münster, das Rathaus (1370 als Kaufhalle errichtet, Wandmalereien), der Gäns- und der Metzgerturm, die Dreifaltigkeitskirche (ehem. Klosterkirche, 14. Jh.) und die ehemalige Klosterkirche St. Michael zu den Wengen (1399).

Das Ulmer Münster ist nach dem Kölner Dom die größte got. Kirche Deutschlands. Grundsteinlegung war am 30. 06.1377, nachdem man einen Vorgängerbau aus dem 7./8. Jh. abgebrochen hatte. 1529 war der Bau im wesentlichen vollendet. Der 161,53 m hohe Turm wurde 1845 – 90 fertiggestellt. Von Baumeistern aus der Familie der Parler als Hallenkirche konzipiert, wurde sie unter Ulrich Ensinger als dreischiffige Basilika ausgeführt (seit 1392). 1471 wurde das Mittelschiff eingewölbt. Unter Matthias Böblinger (Baumeister 1474 – 94) und Burkhard Engelberger (bis 1507) wurden die Seitenschiffe geteilt, so dass aus einer dreischiffigen eine fünfschiffige Basilika wurde. Zur Ausstattung des Münsters zählen Glasmalereien im Chor, ein hervorragendes Chorgestühl von Jörg Syrlin d. Ä., ein 28 m hohes Sakramentshaus, eine spätgotische Kanzel mit hochaufragendem filigranem Schalldeckel (von Jörg Syrlin d. J.) sowie reiche Bauplastik am Außenbau.




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