Unehrliche Strafsachen




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

unehrliche Strafsachen (mhd. poes ding, poslich ding, meintat). Nach mittelalterliche Recht (wie es etwa im Schwabenspiegel kodifiziert ist) galten bestimmte Verbrechen – besonders solche, deren Begehung heimlich, zu nachtschlafender Zeit und heimtückisch erfolgte und solche, die vom Täter abgeleugnet wurden, – als verächtlich und verschärfter Strafe würdig; sie führten zu Ehr- und Rechtlosigkeit und in vielen Fällen zum Todesurteil. Häufigste der unehrlichen Delikte waren schwerer, besonders nächtlicher Diebstahl oder Raub (nahtschach, dolus nocturnus), Notzucht, Mord, nächtliche Brandlegung (nahtbrant), Versetzen von Grenzsteinen, Münz-, Waren- und Gewichtsfälschung, Falschspiel und schwerer Verrat. Totschlag wurde wie Mord behandelt, wenn der Täter sich durch Leugnen der Verantwortung entziehen wollte. Unehrlicher Verbrechen Überführten wurden die Hände schimpflicherweise “hinder sich”, den übrigen Straftätern “für sich” gebunden. Bei den Todesstrafen galten Rädern und Erhängen als entehrend, schimpflich und somit unehrlichen Verbrechen angemessen, im Gegensatz zu dem die Ehre des Delinquenten nicht mindernden Enthaupten. Unehrlichen Verbrechern wurde – anders als den “ehrlichen” – das christl. Begräbnis verweigert (s. Eselsbegräbnis). Auch vom Asylrecht wurden sie ausgeschlossen. In den seltenen Fällen, in welchen sich ein unehrlicher Verbrecher durch Begnadigung zu einer Ehrenstrafe oder durch Bußzahlung von einer Leibes- oder Lebensstrafe hatte lösen können, blieb ihre Ehr- und Rechtlosigkeit bestehen. Unehrliche Strafsachen ließen im Spätmittelalter in Nordeutschland die Femgerichte entstehen, in Süddeutschland wurden sie als landschädliche Verbrechen häufig vor Notgerichte gebracht. Im Spätmittelalter setzte sich – mit dem Ziel, landschädliche Leute auszumerzen – eine Ausdehnung des Begriffs der Ehrlosigkeit auch auf minderschwere Missetaten und damit eine Verschärfung der Strafandrohung durch.




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen