Wasserburgen




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

Wasserburgen. Vor allem in der norddeutschen Tiefebene, wo sich keine schützenden Höhen zum Burgenbau anboten, nutzte man die natürlichen Zugangserschwernisse durch Wasserläufe, Seen oder Sümpfe bzw. umgab man die Burgen mit künstlichen Wassergräben, die aus benachbartem Gewässer gespeist wurden. Die niederdeutschen Wasserfestungen hatten meist regelmäßigen Grundriss: Die Sachsen bauten nach dem Vorbild ihrer Rundwallanlagen runde oder ovale Wasserburgen (z.B. Oldenburg, Delmenhorst), im niederdt. Rheinland und in Westfalen entstanden nach fränkischem Vorbild viereckige oder quadratische Burgen (z.B. Konradsheim und Veynau im Rheinland, Rheda und Gemen in Westfalen). Die Möglichkeit, einem Burgbau ohne Rücksicht auf Gegebenheiten des Geländes geometrische Figuren zugrunde zu legen, führte auch zu dreieckigen (Kempen), trapezoiden (Erkelenz) oder sechseckigen (Kaunitz) Anlagen. Da niederdt. Burgen bis zum 14. Jh. vorzugsweise in Holz erbaut wurden, ist von den ursprünglichen Bauten nichts erhalten geblieben; von den jüngeren Aus- und Umbauten her können sie nur bedingt erschlossen werden, zumal diese ihrerseits als Flachlandburgen relativ leicht zu erobern waren und anschließend zerstört wurden. Als klassisches Beispiel einer mittelalterliche Wasserburg hat sich Burg Heidenreichstein im österreichischen Waldviertel über die Jahrhunderte erhalten. Älteste Bauteile der Anlage, die nie erstürmt, gebrochen oder verwüstet worden ist, stammen aus der zweiten Hälfte des 12. Jh.

In Gegenden, wo winterliche Kriegszüge die Regel waren, verloren Wassergräben wegen Vereisung ihre Schutzfunktion, wurden Burgen ohne Wassergräben angelegt. Dies gilt vor allem für die Burgen im Deutsch-Ordensland mit seinen ausgedehnten Seen und Sümpfen.

(Zu Beginn der Neuzeit wurden viele Wasserburgen in Schlösser umgewandelt und durch Umbauten dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst, sodass von der ursprünglichen Anlage nichts mehr zu erkennen ist. Vergleichsweise viele verfallene Wasserburgen sind verschwunden, weil sie als Steinbruch leichter zu erreichen waren als Ruinen abgelegener Höhenburgen.)




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen