Zauberjuden

Ebook Lexikon des Mittealters mit 3.900 Seiten und 6.400 Stichworten für Amazon Kindle und als eBook PDF.

Zauberjuden. Juden standen seit jeher wegen ihrer fremdartigen kultischen Bräuche und wegen ihrer vorurteilsfreien Rezeption antiken und arabischen Wissens in dem Ruf, besonders kompetente Ärzte und Magier zu sein. Brachte ein jüdischer Arzt Heilung, wurde er als mächtiger Magier betrachtet. Versagte seine Kunst, wurde er wegen teuflischen Schadenszaubers, Verschwörung oder Giftmischerei abgeurteilt. Auf einer Synode zu Wien (1267) wurde jüdischen Ärzten verboten, Christen zu behandeln. In der Pestzeit (ab 1348) kamen Juden allgemein in Verdacht, die Pest mit teuflischen Künsten ins Land gebracht zu haben. Zauberjuden missbräuchten für ihre Zwecke Hostien, fertigten Wachsbildnisse Christi, um damit Schadenszauber zu bewirken, und betrieben Kindsmord und Kannibalismus. Jüdische Magier selbst, die sich als innerhalb der religiösen Regeln handelnd verstanden, glaubten an ihre Fähigkeit, sich und andere in tierische oder dingliche Gestalt verwandeln und Dämonen vernichten zu können. In der jüd. Zauberliteratur finden sich Anleitungen zum Gebrauch bestimmter Psalmenverse zu bestimmten Zwecken (s. Shimmush Theillim), wobei mystische Namen vorwärts wie rückwärts ausgesprochen wurden, sowie Regeln der Zahlenmystik und des “Nestelknüpfens”. Weitverbreitet, auch unter Christen, waren jüd. Amulette, dingliche – wie Kräuter, Steine etc. – und auf Pergament oder Leder geschriebene Zaubersprüche.

(s. Shimmush Tehillim)

Bestseller Nr. 1
Bestseller Nr. 2
Bestseller Nr. 3
Adel bis Zunft, Ein Lexikon des Mittelalters
Adel bis Zunft, Ein Lexikon des Mittelalters
Volkert, Wilhelm (Autor)
23,76 EUR
Bestseller Nr. 5
Nach oben scrollen