Zaubertricks

Ebook Lexikon des Mittealters mit 3.900 Seiten und 6.400 Stichworten für Amazon Kindle und als eBook PDF.

Zaubertricks. Quellen des 14./15. Jh. belegen, dass in jener Zeit Trickkünstler und Amateurzauberer die Faszination der Gesellschaft von okkulten Künsten nutzten, um ein glaubensbereites Publikum hinters Licht zu führen. Wilhelm von Auvergne (um 1180 – 1249), Bischof von Paris, unterschied derlei illusionistische Magie klar von magischen Praktiken, zu denen teuflische Hilfe nötig war. Von einem englischen Mönch namens Betson stammen Notizen (spätes 15. Jh.) zu verschiedenen Kunststücken, die dem staunenden Publikum als Zauberei erscheinen mussten. So ließ er z.B. ein ausgeblasenes Ei an einem Frauenhaar “frei” in der Luft schweben, oder eine Münze, die mit Wachs an einem Frauenhaar befestigt war, wie von Geisterhand geführt über die Tischplatte wandern. Die Laufbewegungen eines in einem ausgehöhlten Apfel eingesperrten Käfers versetzten den Apfel in selbständige Bewegung. Betson beschreibt auch anspruchsvollere Tricks mit ausgeklügelten Spiegelanordnungen, durch die z.B. Gegenstände “vermehrt” werden konnten. Andere Handschriften beschreiben Feuertricks, die ein gewisses Maß von alchemistischem Wissen voraussetzen. – Ein Sammelwerk, das ausschließlich Zaubertricks enthält, war unter dem Namen “Supplementum Salomonis” bekannt.

Besonders Gaukler und fahrende Scholaren (scholastici vagantes) machten sich die Leichtgläubigkeit der einfachen Leute zu Nutze, indem sie ihnen gegen klingende Münze die Zeit mit amüsanten Stücken von Fingerfertigkeit vertrieben und sie mit Amuletten und Wunderdrogen, Schutzzauber gegen Unwetterschaden und Krankheit, Mitteln für Unverwundbarkeit, Manneskraft und künftigen Reichtum sowie garantiert sicheren Prognostikationen versorgten.

Bestseller Nr. 1
Bestseller Nr. 2
Bestseller Nr. 3
Adel bis Zunft, Ein Lexikon des Mittelalters
Adel bis Zunft, Ein Lexikon des Mittelalters
Volkert, Wilhelm (Autor)
23,76 EUR
Bestseller Nr. 5
Nach oben scrollen