Zimmerleute




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Zimmerleute (zimberliute, -gesellen; mlat. tignarii, faber tignarius, zu lat. tignum = Bauholz, Balken). Sie gehörten nächst den Maurern und Steinmetzen zu den meistbeschäftigten Handwerkern auf mittelalterliche Baustellen. Neben dem Bau von Fachwerkhäusern (s. Fachwerk) besorgten sie die Errichtung von Dachstühlen auf Steingebäuden, die Eindeckung mit Holzschindeln, die Errichtung von Arbeits- und Stützgerüsten samt Laufstegen und Leitern, die Erstellung von Aufzügen und Kränen und von Unterkunfts- und Arbeitshütten für die am Bau Beschäftigten.

Gewicht und Größe der zu verbauenden Balken bedingten größere Handwerkergruppen und Gruppenarbeit, sodass Zimmereibetriebe allgemein zu großbetrieblicher Form neigten. Dem versuchte man gegen Ende des Mittelalter durch Beschränkung der Betriebsgrößen gegenzusteuern. Das Eintrittsalter der Lehrjungen lag – wie bei Maurern und Dachdeckern auch – wegen der schweren körperlichen Arbeit höher als bei anderen Handwerken. Die Lehrzeit betrug 2 bis 3 Jahre; Meisterprüfung und Meisterstück kamen erst im Spätmittelalter auf, als man die Erlangung der Meisterwürde zu erschweren suchte, um die Zahl der Betriebe zu begrenzen. Die Wanderschaft setzte sich nicht allgemein durch, mancherorts war sie nur zur Erlangung des Meistertitels vorgeschrieben. Zimmerleute bewiesen bei der im ganzen Mittelalter in Deutschland vorherrschenden Fachwerk-Bauweise als Entwerfer und Erbauer großes technisches und künstlerisches Können. (Das seit dem 16. Jh. bezeugte grch. Lehnwort Architekt bedeutet Oberzimmermann, Baumeister.) Im 13. Jh. wurden den Zimmerleuten überdies zugerechnet: die Backtrogmacher (die Backtröge, Truhen und Laden machten), die Türmacher, die Böttcher, die Wagner (auch Stellmacher, v. mhd. stelle = [wagen-]gestell), die Schindelhauer (die sich auch als Dachdecker betätigten), die Drechsler, die Paneelenmacher, die bergmännischen Stollenmacher und die Schiffszimmerleute.

(s. Werkzeuge zur Holzbearbeitung)




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