Zink, Burkard




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Burkard Zink (B. Zingg; ~1396 – 1474/75). Sohn eines kleinen Kaufmanns aus dem schwäbischen Memmingen, 1407 zu einem gutsituierten Onkel – einem Geistlichen – nach Rieg (Krain) in Erziehung gegeben, lehnt ein Studium und eine Karriere als Kleriker ab und ließ sich, nachdem er zwei Jahre lang als wandernder Scholar, Kaufmannsgehilfe, Schreiber und Lehrer in Süddeutschland umhergezogen war, 1415 als angestellter Kaufmann in Augsburg nieder. Später kam er als selbständiger Fernhändler viel im Land herum und nahm mit regem Interesse Anteil am Zeitgeschehen. Er erwarb Häuser in der Stadt, war viermal verheiratet und hatte aus diesen und einer trauungslosen Ehe insgesamt 20 Kinder. Er bekleidete verschiedene Ratsämter, darunter das eines Stadtchronisten. Bekannt ist er geworden als Verfasser der Augsburger Stadtchronik und der darin enthaltenen Autobiographie, einer der ersten ihrer Art. In einem Teil der Letzteren schildert er die damalige Welt aus der Perspektive eines unbehausten “armen schuelers”, der gezwungen war, unter Bettlern zu leben.

Seine vierbändige Chronik setzt ältere Chroniken fort und beginnt mit Ereignissen des Jahres 1368. Die selbsterlebten Ereignisse seit seinem Zuzug 1415 und bis 1468 schildert er aus sehr persönlicher Perspektive; so berichtet er in dem autobiographischen Teil von seiner Herkunft und seinem Werdegang, seinen Geschäften und von den Schicksalen seiner Angehörigen. Breiten Raum widmet er den Auswirkungen, die katastrophale Zeitumstände (Unwetter, Hungersnöte, Seuchen, Fehden, Kriege) für sein und seiner Familie Leben und für die Einwohner der Reichsstadt Augsburg hatten. An übergreifenden Darstellungen, etwa einer Welt- und Reichsgeschichte, ist er – wohl auch wegen mangelnder Bildung – nicht interessiert.




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