Bergbau im Mittelalter

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Das Bergbau- und Hüttenwesen nahm im 14. und 15. Jahrhundert einen Aufschwung. Dazu trugen bedeutende Erfindungen bei, in erster Linie der Hochofen und das oberschlägige Wasserrad. Die drei Meter hohen Blase- oder  Hochöfen wurden durch die Ausnutzung der Wasserkraft zum Antrieb der Gebläse möglich. Die Hitze im Ofen stieg so an, dass das Eisen flüssig wurde und der Ofen ständig beschickt werden und das Eisen flüssig wurde und der Ofen ständig beschickt werden und das Eisen gleich in bestimmten Formen gegossen werden konnte. Das oberschlägige Wasserrad machte es möglich, auch Gewässer mit geringer Strömung als Antriebkraft auszunutzen: Das Wasser fiel von oben auf die Radschaufeln und hatte dadurch mehr Gewalt, als wenn es von unten nur mit der Strömung in die Schaufeln fasste.

Im Bergbau und Hüttenwesen war Deutschland führend. Um 1500 produzierte es jährlich soviel Eisen wie das ganze übrige Europa zusammen (30.000 Tonnen), an Silber etwa 30 Tonnen und an Gold 2 Tonnen, während das Europa nur etwa 20 Tonnen Silber und unbedeutende Menge  an Gold förderte. Die Zahl der in Deutschland in diesem Gewerbe beschäftigten Menschen schätzt man auf 100.000. Im Schwaazer Bergbaubetrieb in Tirol arbeiten auf einem einzigen Schacht 600 Mann allein an der Wasserhebung.

Ursprünglich war der Bergbau von Genossenschaften der Bergleute betrieben worden, aber die fortschreitende Technik machte größere Geldmittel notwendig, die die Bergleute nicht aufbringen konnten. So drängten sich Kaufleute – allen voran die Fugger – in den Bergbau und kauften die Anteile der Genossenschaften auf: sie wurden zu Grubenbesitzern, die Bergleute zu Lohnarbeitern. Der sächsische Silberbergbau geriet in die Hände Leipziger, Nürnberger und Augsburger Kaufleute. Oftmals hatten solche Kaufleute-Gesellschaften das Monopol für den Vertrieb von Holzkohle und Erzen. Durch gegenseitige Absprachen trieben sie die Preise noch in die Höhe und erzielten besondere Gewinne.

Das Herabdrücken der Bergleute zu Lohnarbeitern führte zu vielfachen Unruhen, die durch die Konzentration großer Arbeitermassen noch gefördert wurden, oft streikten die Bergarbeiter.

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