Langobarden im Mittelalter




Die aus Skandinavien stammenden Langobarden waren über Mähren in den Donauraum gezogen und hatten dort im Bündnis mit den Römern ein eigenes Reich errichtet. 568 fielen sie unter ihrem König Alboin in Italien ein; 569 wurde Mailand erobert, wenig später Pavia. Nach der Ermordung Alboins (572) zerfiel das Reich in mehrere Herzogtümer (u.a. Trient, Friaul, Tuszien, Spoleto, Benevent); erst 584 wurde das Königtum restituiert. Da die unterworfenen Römer entrechtet, die römische Verwaltung beseitigt wurde, entstand ein germanisches Staatswesen, zu dem weite Teile Ober- und Mittelitaliens (mit Ausnahme des erst 751 von den Langobarden eroberten Gebietes um Ravenna und des sich entwickelnden Venedig) gehörten. Im Einflussgebiet des oströmischen Kaisers blieben nach dem Verlust von Ravenna lediglich Rom, Neapel, der Süden der italienischen Halbinsel und Sizilien. Die beiden so in Italien entstandenen politischen Räume haben bis das 19. Jahrhundert hinein eine getrennte Entwicklung genommen.

Das Verhältnis des Langobardenreiches zum oströmischen Kaiser blieb auf Dauer gespannt. In den Beziehungen zum Merowingerreich lösten Phasen der bewaffneten Auseinandersetzung und der Zusammenarbeit einander ab. Insbesondere zu den Herzögen von Bayern bestanden enge, durch Ehebündnisse gefestigte Verbindungen. Um die Mitte des 8. Jahrhunderts wurde durch die Unterstützungsgesuche des Papstes die Aufmerksamkeit des nunmehr von den Karolingern regierten fränkischen Reiches auf Italien gelenkt. 773/74 eroberte Karl der Große fast das gesamte Langobardenreich und nahm den Titel eines Königs der Langobarden an. Lediglich das Herzogtum Benevent bestand weiter.

Die Langobarden
Die Langobarden

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