Thomas von Aquin

* Burg Roccasecca bei Aquino 1225/26, † Fossanova 07.03.1274

Scholastischer Theologe und Philosoph. – Adliger Herkunft, im Kloster erzogen; studierte ab 1239 die Artes liberales in Neapel; trat 1243 in den Dominikanerorden ein; seit 1245 Studium bei Albertus Magnus in Paris und 1248-52 in Köln; lehrte 1252-56 in Paris, 1259-69 in Orvieto, Viterbo und Rom, 1269-72 wieder in Paris und ab 1272 in Neapel; starb auf der Reise zum 2. Konzil von Lyon.

Thomas entwickelte – die von seinem Lehrer Albertus Magnus begonnene Hinwendung zum Aristotelismus weiterführend – eine globale Synthese von Glauben und Wissen, Offenbarung und Vernunft, Gnade und Natur- bzw. Schöpfungsordnung, Übernatur und Natur, Theologie und Philosophie in und zu einem System axiomatisch-spekulativer Theologie, vor allem in seinem Hauptwerk – dem Höhepunkt der Scholastik überhaupt – “Summa Theologica” (1266-73). – Die kritische Auseinandersetzung mit seiner Lehre (angeregt vor allem durch die Franziskanerschule) erreichte mit deren Verurteilung 1277 ihren Höhepunkt, doch bereits 1309 wurde sie zur Ordensdoktrin der Dominikaner erhoben. Durch seine Heiligsprechung (1323) und Erhebung zum Kirchenlehrer (1567) wurde die Wirkung seiner Lehre auch institutionell abgesichert.