Brügge




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Brügge (fläm. Brugge,aus dem kelt. Wort Bryghia = Kai). Aus einer gallo-röm. Siedlung der Spätantike nahe der Nordseeküste der Provinz Gallia erwuchs Anfang des 12. Jh. eine Stadt, in der außer Bauern und Handwerkern auch Händler ansässig waren und die durch eine Burg gegen Überfälle durch die Wikinger geschützt war. 1093 wurde sie Sitz der Grafen von Flandern. 1134 riss eine verheerende Sturmflut eine Rinne in die nahegelegene Bucht Zwin, wodurch die Stadt direkten Zugang zur See bekam, sich zur Hafenstadt entwickelte und zur Drehscheibe des Handels zwischen den Mittelmeerländern und den Ländern Nord- und Nordwesteuropas. Haupthandelsgüter waren flandrische Tuche, Wolle aus England, Weine aus Frankreich und Luxuxsgüter wie Gold, Silber, Seide und Edelsteine. Die Hanse richtete 1252 (erste Privilegierung) ein Kontor in Brügge ein, das neben denen von London (Stalhof) und Bergen (Deutsche Brücke) das wichtigste an der Nordsee wurde. Im 14. Jh. wurde die Brüggesche Tuchmesse eingerichtet, um 1400 trafen sich in dem Gasthaus “Ter Buerse” der Familie Van der Buerse Handelsmakler zum Austausch von Informationen zum internationalen Warenverkehr; schon bald entstand aus diesen informellen Treffen der erste organisierte Geldmarkt. – Brügge kam mit Flandern 1382 an Burgund, 1482 an die Habsburger. Der Hundertjährige Krieg (1337-1453) schwächte die wirtschaftl. Stellung der Stadt; 1488 zog die internationale Kaufmannschaft nach Antwerpen um, das Brüggener Hanse-Kontor verlor an Bedeutung. Am Ende des Mittelalter wurde Brügge zum Sitz der Herzöge von Burgund ausersehen und galt die reichste Stadt Nordeuropas und als “Venedig des Nordens”.

Die mittelalterliche Bausubstanz der Stadt hat sich ohne kriegsbedingte oder durch Großbrände verursachte Zerstörungen erhalten. Sehenswert sind:

die doppelte Umwallung (die mancherorts durch Windmühlen bekrönt ist);

die St. Salvatorkathedrale (ab 1235, dreischiffige Basilika, im Wesentlichen gotisch);

die Liebfrauenkirche (1210-1480, eine der frühesten Backsteinkirchen);

das Rathaus (spätgot., 1376-1420, mit prächtiger Schaufassade);

die Heilig-Blut-Basilika (ältestes sakrales Bauwerk der Stadt, erbaut zwischen 1139 und 1149 im seinerzeitigen Burgbezirk; sie stellt eine Doppelkapelle dar, deren Unterbau die roman. St. Blasius -Kapelle, und deren Oberbau die got. Heilig-Blut-Kapelle bildet, deretwegen die Kirche zur Basilika erhoben worden ist; die Letztere ist im 19. Jh. in filigranem neugot. Stil neuerbaut worden; als Reliquie wird hier ein Tropfen von Christi Blut verehrt; der Legende nach hat sie ein flandrischer Graf um 1150 von seinem Kreuzzug nach Jerusalem mitgebracht);

der Beginenhof “Ten Wijngaarde”/”Zum Weingarten” (gegr. 1245, mit einem als Museum ausgebauten Begijnhuisje, gibt er ein plastisches Bild vom Leben der Beginen-Gemeinschaften);

die Tuchhalle (Laken-, Gewandhalle) mit dem 83 m hohen Belfried ; Letzterer entstand ab 1240 und erhielt 1483 ein achteckiges Obergeschoss.

(s. Beg(h)inen, Belfried, Belgien, Börse, Gewandhaus, Hanse, Messen (Ökon.), Sturmfluten)




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