Elbing




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Elbing (poln. Elblag). Tief im heidnischen Pruzzenland, am Unterlauf des gleichnamigen Flusses und nahe dessen Mündung ins Frische Haff, bestand im 9. Jh. eine pruzzische Hafen-, Handels- und Handwerkersiedlung namens Truso. Hier richteten Lübecker Kaufleute um 1200 eine Niederlassung ein, die um 1300 auf Initiative des Deutschen Ordens eine Ringmauer mit 14 Wehrtürmen erhielt. In der planmäßig angelegten Stadt entstanden Kirchen, ein Dominikanerkloster, ein Leprosenspital und andere bedeutende Bauten, ferner Mühlen, Gerberhäuser, Ziegeleien, Walkmühlen usf. Ab etwa 1300 wuchsen Vorsädte außerhalb der Mauern. Elbing wurde Sitz des ermländischen Bischofs und stellvertetende Haupstadt des Ordensstaates (neben Akkon und später Venedig). Die durch ständigen Neusiedlerzustrom verstärkte Bürgerschaft bekam 1246 lübisches Stadtrecht verliehen, hatte das Recht, eine eigene Münze zu schlagen und wurde von den Königen von Polen sowie von, den Herzögen von Pommern mit Handelsprivilegien begabt, trat der Hanse bei und rangierte als Hansestadt bis etwa 1370 noch vor Danzig. Die Stadt unterhielt eine eigene Flotte, die sich ab 1350 zusammen mit den Schiffen der Hansestädte an der Bekämpfung des Piratenunwesens in der Ostsee beteiligte. 1360 erreichte die Pest Elbing und forderte viele Opfer. – Zusammen mit anderen Handelsstädten und dem Adel des Landes gründete Elbing 1440 den Preußischen Bund erhob sich gegen die Vorherrschaft des Ordens; 1454 erklärte sich die Stadt zur Freien Stadt und stellte sich unter die Herrschaft des Königs von Polen.

In der Nähe Elbings hatte 1237 der Deutschritterorden eine Burg gegründet. Diese wurde, nachdem der Orden durch die Schlacht von Tannenberg (1410) entscheidend geschwächt worden war, im Jahr 1454 durch aufständische Elbinger Bürger und polnische Truppen zerstört und liegt seitdem in Ruinen.

Die Stadt Elbing wurde während der letzten Wochen des zweiten Weltkriegs in Schutt und Asche gelegt. Denkmalschützer, Stadtarchäologen, Stadtplaner und private Bauherren machen derzeit große Anstrengungen, um auf den Fundamenten der Altstadt behutsam an mittelalterliche Vorgaben (Geschosshöhe, Fassadengestaltung, Dachneigung usf.) angelehnte neue Quartiere zu errichten. Von der mittelalterliche Bausubstanz sind erhalten geblieben bzw. wiederaufgebaut worden: die Stadtpfarrkirche St. Nikolai (13. – 15. Jh., mit 95 m hohem Turm), die Marienkirche (13. Jh., aus Trümmern teilweise restauriert), das Markttor (14./15. Jh., 1950 wieder aufgebaut), Ruinen des Dominikanerklosters (13./14. Jh.)




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