Konrad von Würzburg

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Konrad von Würzburg (um 1235 – 1287). In Würzburg aus bürgerlichem Haus geboren, wurde Konrad einer der virtuosesten und produktivsten mhd. Dichter der späthöfischen Epoche. Er machte sich – nachdem er auf Wanderschaft bei der höheren Geistlichkeit, beim stadtsässigen Adel und bei Patriziern vor allem in Würzburg, Straßburg und Basel Mäzene gefunden hatte – in Basel ansässig. Hier war er wahrscheinlich zeitweilig in einer Kanzlei tätig, besaß Haus und Familie und hinterließ ein umfangreiches, vielseitiges Werk lyrischer und epischer Dichtung, das in der Tradition der staufischen Klassik gründete und sich zur manirierten Form des ®”geblümten Stils”, des Stils der “wildec-heit” (mhd., = wildes, ausgelassenes Wesen) hinentwickelte. Berühmt wurde er außer durch seine Ritterepen (z.B. “Engelhard”, “Partonopier und Meliur”, “Schwanenritter”) durch Novellen (“Daz Herzmaere”, “Otto mit dem Barte”), Verslegenden (“Silvester”, “Alexius”, “Pantaleon”), durch sein allegorisches Gedicht “Der Welt Lohn”, durch sein der Sangspruchdichtung verwandtes Marienlob “Die Goldene Schmiede” und durch sein panegyrisches Propagandagedicht auf Richard von Cornwall “Turnier von Nantheiz” (=Nantes), das mit seiner Wappenschau zum Vorbild der Heroldsdichtung werden sollte. Um 1280 verfasste Konrad im Auftrag des Basler Domkantors Dietrich sein unvollendet gebliebenes Versepos “Pouch von Troye” (ca. 40.000 Verse), in Anlehnung an die “Estoire de Troie” des Benoit de Sainte-Maure. Die antiken Helden erscheinen darin als mittelalterliche Ritter, die Schlachten als ritterliche Zweikämpfe. Ein unbekannter Bearbeiter brachte das Werk mit weiteren 10.000 Versen zu Ende.

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