Linsen




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Linsen (mhd. linse; lat. lens, mlat. lenticula; botan. Ervum lens, Lens culinaris). Einjährige, strauchartig wachsende Pflanze aus der Ordnung der Hülsenfrüchtler, mit gefiederten Blättern und weißen oder blauen Blüten, aus denen sich im Spätsommer eine 2 cm lange gelbe Kapsel (Schote, Hülse) entwickelt, die zwei runde, flachegewölbte Samen von ca. 5 mm Ø enthält. Diese konnen gelb, braun oder schwarz sein und enthalten in der Schale ein kräftiges Aroma. Die Linsenranken mit den reifen Kapseln wurden nach dem Abwelken eingebracht und gedroschen. Die getrockneten Samen gehören aufgrund ihres Gehalts an Kohlehydraten, Protein, Mineralstoffen, dem Spurenelemnt Zink, Vitaminen, Ballaststoffen und – in geringem Maße – Fett zu den nährstoffreichsten Lebensmitteln überhaupt.

Die Pflanze stammt aus dem Vorderen Orient und dem Mittelmeerraum und ist schon in der Jungsteinzeit kultiviert worden. Sie wird in der Bibel erwähnt (Esau und das Linsengericht), gehörte bei den alten Ägyptern zu den Grundnahrungsmitteln und fand auch als Grabbeigabe Verwendung (Totenspeise). – “Dem schmecken die Linsen nicht mehr” sagte man von einem Emporkömmling, der die Leute aus seinem alten Stand nicht mehr kennen wollte.

Von den Römern wurde die Pflanze – wohl zur Verköstigung der Legionäre – in die besetzten Gebiete in Mittel- und Westeuropa gebracht, wo sie sich unter günstigen Gegebenheiten schnell verbreiteten. In getrocknetem Zustand waren die Samen (Linsen) lagerfähig, in Wasser wiederangeweicht wurden sie als Suppe oder Brei gegessen. Sie waren fester Bestandteil der klösterlichen Küche und Nahrungsmittel der Armen. Das Stroh der Linsenpflanze wurde als Futtermittel genutzt; es enthält wenig Rohfaser und viel Protein.

In einem Kapitulare Karls. D. Gr. von 789 wird unter den Feldfrüchten auch lenticula aufgeführt.

Dem Kräuterbuch “Macer floridus” zufolge hilft eine Zubereitung aus Breitwegerich und Linsen, mit Essig und Salz wie ein Gemüse gekocht und eingenommen, “bei Blutstuhl und Bauchgrimmen”. Die Schwarze Nieswurz, in einem Linsengericht genossen, “heile die Wahnwitzigen und nütze der Fußgicht”.

Linsen spielen weder in der mittelalterliche Heilkunde und Volksmedizin noch im Aberglauben der Zeit eine bemerkenswerte Rolle.




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