Pike

Cinque Terre Forest
Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Pike (frz. pique, zu piquer = stechen; Langspieß). Zusammen mit der Hellebarde (s. Waffen) stellte ab Anfang des 15. Jh. die Pike die Hauptwaffe der Söldner gegen angreifende Reiterei dar. Die Spießstange bestand aus Eschenholz, war durchschnittlich 5 m lang und trug an der Spitze ein lanzettförmiges Spießeisen, das mit einer Tülle und zwei seitlich davon ausgehenden langen Eisenfedern auf dem Schaft befestigt war; die Schaftfedern waren etwa 1 m lang, dienten zur Stabilisierung der Spitze und sollten verhindern, dass die Pikenspitze durch Schwerthiebe abgeschlagen wurde. Der Pikenschaft wurde aus gerade gewachsenen Eschenstämmen hergestellt, die auf die gewünschte Länge geschnitten und in Faserrichtung auf die richtige Dicke gespalten worden waren. Die Schäfte trocknete man und fräste sie auf einer drehbankähnlichen Vorrichtung so zurecht, dass sie am hinteren Ende etwa 4 cm dick waren und zur Spitze hin dünner ausliefen. Versierte Spießemacher kamen aus der Schweiz, aus der Lombardei und dem Piemont. Spießeisen stammten vor allem aus den Waffenschmieden in Memmingen, Villingen, Augsburg und Nürnberg.

Piken dienten den in “Gewalthaufen” organisierten Fußkämpfern dazu, den Einbruch der Ritter in ihre Reihen abzuwehren.

(s. Fußvolk, Militärwesen)

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