Schlange




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Schlange (mhd. slange, nater, wurm, viper, oter; lat. serpens, anguis, vipera, aspis). Weltweit verbreitete Kriechtiere von langgestrecktem, meist rundem Körperbau und geschuppter Oberfläche. Bei uns sind u.a. Kreuzotter, Aspisviper, Äskulapnatter, Ringelnatter und Schlingnatter heimisch. Auch die Blindschleiche (als Hausschlange oder Unke bezeichnet) sowie der Aal wurden den Schlangen zugezählt.

(s. http://de.wikipedia.org/wiki/Schlangen )

Das fremde Aussehen, die einzigartige Bewegungsart, der “faszinierende Blick” und die heimliche Lebensweise lassen das Tier unheimlich erscheinen, zudem begegnet man ihm generell mit Furcht, da einige Arten – die Kreuzotter und die Aspisviper – mit Giftzähnen bewehrt sind. (Im Mittelalter wurde angenommen, dass das Schlangengift mit dem “Stich” der Zunge übertragen werde.) Dazu kommt die biblische Bewertung der Schlange als hinterlistiges Hexen- und Teufelstier, als Verführerin des ersten Menschenpaares und als Verursacherin von dessen Vertreibung aus dem Paradies (1. Mose 3). Die ausschließlich negative Beurteilung des Tieres hat im christl. Abendland dau geführt, dass man es totzuschlagen und auszurotten suchte. (In nicht-christlichen Kulturen wurde die Schlange häufig als Sinnbild der Weisheit und Erleuchtung verehrt.)

Das im Mittelalter weit verbreitete Tierbuch Physiologus weiß von der Schlange: “Wenn sie sich verjüngen will, so fastet sie vierzig Tage, bis ihre Haut schlaff wird; diese streift sie dann ab, indem sie sich durch eine Felsspalte zwängt und verjüngt sich so”.

Konrad v. Megenberg lehrt, dass eine Natter, die durch ihren Biss einen Menschen getötet hatte, selbst sterben müsse. Verbreitet war auch der Aberglaube, dass Schlangen Milch tränken, dass sie sogar die Milch von Kühen und von Frauen aussaugten.

Hildegard schildert “eine Schlangenart, die mit ihren heimtückischen Verhaltensweisen über teuflische Künste gegen den Menschen verfügt. Sie ist nämlich dem Menschen feind, stößt ihren Atemhauch gegen ihn aus und ist voll tödlichen Giftes” (Physica, “Von den Tieren”, VIII, Kap. II).

In der mittelalterliche Heilkunde hatten Rezepturen mit Schlangenfleisch, -haut oder -fett oder mit dem sagenhaften Schlangenstein (serpentium lapis, aus dem Kopf einer Schlangenart) ihren festen Platz. Häufig wurde die Schlange verbrannt und der pulverisierte Rückstand als Medizin – etwa gegen Aussatz oder Geschwüre – verwandt. Universelle Heilkraft wurde einer Rezeptur namens Theriak zugeschrieben, deren wichtigster Bestandteil das Fleisch einer ital. Viper sein sollte.

Als natürliche Todfeinde der S. galten Wiesel, Schwein, Grille, Adler, Ibis und Storch.

Als Schutzpatrone gegen Vergiftung durch Schlangenbiss wurden die Heiligen Georg und Magnus angerufen.

Im Aberglauben der Zeit ist die Schlange ein häufig benutztes Requisit: so kann man sich durch den Verzehr von Schlangenfleisch unsichtbar und unverwundbar machen, erhält geheimes Wissen und Kenntnis der Heilkräuter und die Fähigkeit, die Sprache der Tiere zu verstehen.

Die Schlange tritt auch in Sagen und Märchen auf und spielt hier zumeist eine sympathische Rolle; als Hausschlange lebt sie in Gesellschaft mit Menschen, haust unter der Türschwelle oder im Keller, lässt sich füttern und wacht dafür als Schutzgeist über das Heim; als weiße Schlange oder Schlangenkönigin erfüllt sie Wünsche, bringt Unsterblichkeit oder Reichtum.

(s. Aal, Basilisk (s. Ungeheuer), Drache, Hexentiere, Lindwurm (s. Ungeheuer), Tiersymbolik, Tiere und Aberglauben)




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