Schleier




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Schleier (mhd. sleier). Ein feines, fast durchsichtiges Gewebe, das Kopf und Gesicht verhüllte, war schon Bestandteil der römischen Mode gewesen. Ins hochmittelalterliche Europa dürfte die Schleiermode aber von den Kreuzfahrern aus dem vorderen Orient mitgebracht worden sein. Der Schleier wurde von verheirateten Frauen getragen; Stoff, Form, Länge, Ausstattung (Borten, Golddurchwirkung usf.) und Kombination mit anderem Kopfputz unterlagen der jeweiligen Mode und wurden gelegentlich durch Kleiderverordnungen reglementiert. Allgemein war der Repräsentationswert eines Schleiers umso höher, je größer der Stoffverbrauch dafür war. So wurde der Schleier etwa über der Stirn in mehrere übereinander gestaffelte Falten (“Fache”; mhd. vach, valte) gelegt, um den Reichtum der Trägerin zu demonstrieren. (Viel-“faltige”, viel-“fache”, üppige Staffelung war beliebt und wurde Gegenstand von Kleiderordnungen.) Schleier, bei denen der das Gesicht umrahmende Rand mit gekrausten Rüschen besetzt war, wurden “Kruseler” genannt. Unter “Brustschleier” versteht man einen weißen Leinenschleier unterschiedlicher Form, der unter dem Hauptschleier getragen wurde; bei verheirateten Frauen verhüllte er Hals und Ohren, bei Witwen und Nonnen auch das Kinn.

Das Tragen eines Schleiers (bzw. eines Kopftuchs) war nicht nur Modesache, sondern ursprünglich Ausdruck religiöser, sittlicher oder abergläubischer Vorstellungen. Frauen verhüllten beim Kirchgang demütig ihr Haupt in dem Bewusstsein, dass durch ihre Schuld die Sünde in die Welt gekommen war. – Der weiße Brautschleier (velatio nuptialis) versinnbildlichte, ebenso wie der Schleier der Nonnen, Schamhaftigkeit, Reinheit und Jungfräulichkeit.- Im Spätmittelalter war es Dirnen mancherorts verboten, einen Schleier zu tragen; in anderen Fällen musste ein solcher besonders gekennzeichnet sein. – Der mittelalterliche Aberglauben maß dem geweihten Brautschleier heilende Kräfte zu.

(s. Kopfbedeckung, Mode, Nonnengewand, Prostituierte)




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