Sondergotik Deutschlands




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Sondergotik Deutschlands (von K. Gerstenberg 1913 eingeführte, nicht unumstrittene Bezeichnung). Auf die französich-deutsche Gotik folgt, etwa ab der Mitte des 14. Jh., die deutsche Spätgotik als rein deutsche Stilvariante. Das mittlerweile tonangebende Bürgertum macht seine städtischen Pfarrkirchen zu vergleichsweise nüchternen Predigtkirchen (anstelle der alten Mess- und Prozessionskirchen). An die Stelle der Basilika tritt die Hallenkirche. Mittel- und Seitenschiffe sind oft gleichbreit, die kurzen Jochfelder mit enggestellten Pfeilern werden durch längere Joche mit weiter Pfeilerstellung abgelöst. Die Deckengliederung erfolgt nicht mehr durch die sich diagonal kreuzenden Gewölberippen und Gurtbögen, sondern durch frei über die Deckenwölbung flutende Rippenwindungen (Netz- oder Sterngewölbe) ohne tragende Funktion. Der Gewölbequerschnitt wird gedrückt, kehrt teilweise zum Halbkreisbogen zurück. Die schlanken, in großen Abständen gestellten Pfeiler steigen bis ins Gewölbe empor, gehen ohne Kapitell in die Wölbung über, sodass die vordem betonte Trennung von Stütze und Last entfällt. Das Hauptportal rückt in eine Längsseite, ihm wird oft im Langhaus eine Predigtkanzel oder eine Empore gegenübergestellt. Eine Besonderheit der süddeutschen Spätgotik ist der Hochchor, durch den der Kirchenraum eine Steigerung vom Schiff hin zum Altarraum erfährt.

Die Detailausformung gerät ins Phantastische: Rippen und Stabwerk erhalten die Form von Baumstämmen und Ästen, Krabben und Rosetten werden als naturgetreue Blumen und Blätter dargestellt.

Als Beispiele der deutschen Sondergotik seien genannt: das Münster zu Ulm (begonnen 1377), der Stephansdom zu Wien (gotischer Neubau seit 1339), St. Martin in Amberg (beg. 1421), St. Lorenz in Nürnberg (13./15. Jh.), St. Georg in Dinkelsbühl (15. Jh.), die Martinslkirche in Landshut (14./15. Jh.), Maria zur Wiese in Soest (um 1400), das Heiligkreuz-Münster in Schwäbisch-Gmünd (14. Jh.) und die Franziskanerkirche in Salzburg (15. Jh.).




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