Titurelstrophe

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Titurelstrophe. Nach Wolfram von Eschenbachs Titurelfragmenten benannte kunstvolle Strophenform des mhd. höfischen Epos. Sie liegt neben vielen anderen spätmittelalterliche Gedichten auch dem “Jüngeren Titurel” des Albrecht von Scharfenberg, der “Jagd” Hadamars von Laber und Ulrich Füetrers “Buch der Abenteuer” zugrunde. Jede Strophe besteht aus vier paarweise gereimten Langzeilen, deren erste acht, die zweite und vierte zehn und die dritte sechs Hebungen umfasst. Zäsur nach der 4. Hebung (außer beim 3. Vers). Die Versenden (Kadenzen) sind stets klingend (weibl.). Die beschriebene Strophenform ist jedoch nicht streng verbindlich, es können sowohl die Hebungszahlen variieren als auch die Zäsuren wechseln oder fehlen.

Textbeispiel: Strophen eins und zwei aus “Der jüngere Titurel” des Albrecht v. Scharfenberg:

Der man ze Kanadicken/den namen git Clauditten

der man uz goldes blicken/kuniges cron von rehter art sol smiten

ir houbet, über al daz kunicrich zetragene,

di sendet Ekunate/von Berbester diesen brief, ze sagene.

Und minniclich ze grüezen/mit triuwen der aller meisten.

kund ist der munt gesüezen/als vil daz herz mit willen mac geleisten,

so wolt ich hie versigeln in dirre gimme

Salomones witze,/da zuo ein teil, nicht gar, Sirenen stimme.

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