Zwei-Schwerter-Theorie




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Zwei-Schwerter-Theorie (auch Zwei-Gewalten-Lehre). Auf eine neutestamentliche Textstelle (Lukas 22,36-38 “Sie sagten: Herr, hier haben wir zwei Schwerter. Er erwiderte: Das genügt”) und deren Auslegung durch Papst Gelasius I. (492-496) und Gratian (Mitte d. 12.Jh.) stützte sich die Zwei-Schwerter-Theorie der röm. Kurie, mit der sie bei der Diskussion um das Verhältnis von Kirche und Staat argumentierte. Die beiden Schwerter der geistl. (“spiritualen”) und der weltl. (“temporalen”) Gewalt seien dem Petrus durch Christus verliehen; die Petrus-Nachfolger hätten das weltl. Schwert quasi als Lehen an den Kaiser weiterzureichen. Diesen papalen Hegemonialanspruch vertraten am deutlichsten Innozenz III. (1198-1216) und Bonifaz VIII. (in seiner Bulle “Unam Sanctam”, 1302). Um dem politischen Machtanspruch größeres Gewicht zu verleihen, suchte man die Zwei-Gewalten-Lehre aus Augustins “De civitate Dei” abzuleiten.

Die Vertreter des kaiserl. Standpunkts legten die Zwei-Schwerter-Theorie dahingehend aus, dass die durch die Schwerter symbolisierten Gewalten von Christus unmittelbar an den Papst bzw. an den Kaiser verliehen würden. Das geistliche Schwert des Papstes und das weltliche Schwert des Königs/Kaisers stünden gleichberechtigt nebeneinander (so auch Schwabenspiegel 1221-4). Ein Supremat des geistl. Schwertes könne allenfalls darin bestehen, dass es (nach Gratian) “nicht töte, sondern lebendig mache”.

Im Spätmittelalter verlor die Auseinandersetzung angesichts der sich anbahnenden Volkssouveränität an Brisanz.




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